Kampf gegen invasive Pflanzenart zum Inselschutz im vollen Gange | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Kampf gegen invasive Pflanzenart zum Inselschutz im vollen Gange

Ist das gut oder muss das weg? Die „Sylter Dünenrose“ gilt aufgrund ihrer Omnipräsenz für viele als ein vermeintliches Wahrzeichen Sylts. Was viele nicht wissen: Die ursprünglich aus China stammende Kartoffelrose (rosa rugosa) verdrängt auf Sylt sehr aggressiv heimische Dünen- und Heidevegetation und gefährdet auf diesem Wege die artenreiche Küstenlandschaft – und somit ganz konkret den Küstenschutz. Um dem entgegen zu wirken, hat ab dem 15. Dezember der Kreis Nordfriesland mit der Entfernung der invasiven Kartoffelrose im Naturschutzgebiet „Dünen- und Heidelandschaft auf dem Roten Kliff“ in Kampen begonnen. Von dort aus wurden die Maßnahmen weitgreifend fortgeführt und sind nun weiterhin im vollen Gange. Der Prozess ist nicht neu und hat einen eigenen Namen: Entkusselung. Die sogenannten Entkusselungsarbeiten dürfen ausschließlich zwischen Oktober und Februar erfolgen.


Bei dieser Naturschutzmaßnahme werden junge Gehölze wie Birken, Kiefern, Weiden und in diesem Fall speziell die sogenannte Kartoffelrose aus offenen Lebensräumen wie Dünen, Heideflächen, Magerrasen und Mooren entfernt. Ziel ist es, eine Verbuschung zu verhindern und die ursprünglich charakteristischen, lichtliebenden Pflanzen- und Tiergemeinschaften zu erhalten. Küsten- und Umweltschutz sind aber nur zwei der maßgeblichen Ziele. Ein weiters ist es, die Ausbreitung des Goldafters einzudämmen, dessen Raupen gesundheitliche Beschwerden verursachen können und für die die Kartoffelrose eine wichtige Wirtspflanze ist. Bis voraussichtlich Februar 2026 wird großflächig und in unterschiedlichen Gemeinden auf mehreren Hektar die Kartoffelrosen gerodet. Die Flächen werden anschließend mit Geotextil abgedeckt, um ein erneutes Austreiben zu verhindern. Während der Arbeiten kann es zu Wegesperrungen kommen. Aber das ist das geringste Übel, denn die Maßnahmen tragen dazu bei, die typische Sylter Landschaft langfristig zu schützen – für Einheimische und Gäste gleichermaßen.