Kleine Raupe, großer Schaden
Die gesundheitsschädlichen Raupen sorgen zunehmend für Probleme auf der Insel. Behörden raten zur Vorsicht, denn die Brennhaare können schwere Hautreizungen auslösen.
Auf Sylt nimmt die Ausbreitung des sogenannten Goldafters weiter zu. Bereits in den vergangenen Monaten haben wir an dieser Stelle vor den gesundheitlichen Risiken der Raupen gewarnt und über die Versuche des Eindämmens informiert – nun zeigt sich: Die Maßnahmen zeigen nur bedingt Erfolg. Der wärme- und trockenheitsliebende Nachtfalter profitiert offenbar zunehmend von den milderen und trockeneren Wetterlagen und breitet sich auch auf der Insel daher trotz der eingeleiteten Schritte weiter aus.
Der Goldafter ist ein heimischer, weißer Nachtfalter aus der Familie der Trägspinner. Gefährlich für Menschen sind jedoch vor allem die Raupen. Diese besitzen feine Brennhaare mit Nesselgift, die bei Kontakt starke Hautreizungen, juckende Ausschläge, Augenreizungen oder gar Atemwegsbeschwerden verursachen können. Besonders tückisch: Die Haare werden leicht vom Wind verbreitet und können Beschwerden auslösen, ohne dass die Raupen direkt berührt werden.
Auffällig sind derzeit vor allem die Gespinste an Bäumen und Sträuchern. Die Raupen schlüpfen meist Ende Juli oder Anfang August und bilden zunächst sogenannte Sommergespinste. Später entstehen daraus robuste Wintergespinste, in denen die Tiere überwintern. Im Frühjahr werden die Raupen erneut aktiv und verteilen sich über ihre Wirtspflanzen.
Experten raten dringend dazu, befallene Bereiche zu meiden und weder Raupen noch Gespinste anzufassen. Auch Hunde sollten in betroffenen Gebieten möglichst an kurzer Leine geführt werden, damit keine Brennhaare ins Fell und die Atemwege gelangen.
Kommt es dennoch zu einem Kontakt, sollte kontaminierte Kleidung möglichst sofort gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Betroffene Hautstellen sollten gekühlt und nicht aufgekratzt werden. Bei stärkeren Beschwerden oder Atemproblemen wird empfohlen, ärztliche Hilfe aufzusuchen und auf den Kontakt mit Goldafterraupen hinzuweisen.
Die Beseitigung der Nester sollte ausschließlich durch geschultes Fachpersonal erfolgen. Wer Raupen oder Gespinste entdeckt, wird gebeten, diese über das eigens eingerichtete Meldeportal digital unter www.sylt.de/goldafter zu melden und betroffene Bereiche nach Möglichkeit zu meiden.
Rückfragen zum Goldafter-Vorkommen können telefonisch unter 04651-851480 oder per Mail an Veronika.Vogel@Gemeinde-Sylt.de gerichtet werden.