Feierliche Entlassung des alten und Vereidigung des neuen Wehrführers der Wenningstedter Feuerwehr | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Feierliche Entlassung des alten 
und Vereidigung des neuen 
Wehrführers der 
Wenningstedter Feuerwehr

Konsequent nach dem eigenen Lebensmotto

„Ganz oder gar nicht!“

In der Sitzung der Gemeindevertretung am 23. Februar 2026 wurde ein besonderes Kapitel der Feuerwehrgeschichte in Wenningstedt-Braderup geschrieben:

Mit einem offiziellen Beschluss wurde Ralf Winter aus dem Amt des Wehrführers entlassen – verbunden mit großem Dank, bewegenden Worten und sichtbarer Rührung.

47 Jahre im Dienst der Gemeinschaft

Seit 1979 ist Ralf Winter Mitglied der Feuerwehr. Begonnen hat alles in der Jugendwehr:

„weil auf einmal alle Freunde nicht mehr da waren und ich nachgezogen bin“

wie er selbst schmunzelnd berichtete. Vom Jugendgruppenführer führte sein Weg Schritt für Schritt weiter nach oben, bis an die Spitze der Wehr. Sein Motto „Ganz oder gar nicht“ hat er dabei stets gelebt.

„Wenn man sich engagiert, kann man auch Verantwortung übernehmen“

so Winter. Zahlreiche Weiterbildungen absolvierte er erfolgreich und stellte sich über Jahrzehnte hinweg der Verantwortung – im Ehrenamt, neben Beruf und Familie.

Einsätze, die bleiben!

Insgesamt rund 1.200 Einsätze in 47 Jahren – durchschnittlich 25 pro Jahr – sprechen eine deutliche Sprache. Darunter waren Einsätze, die niemand vergisst:

ein Flugzeugabsturz mit einem vor Ort verstorbenen Piloten, ein schwerer Motorradunfall, bei dem ein Verunglückter vielen Kameraden persönlich bekannt war, der Großbrand in der eigenen Gemeinde, der Brand der Strandkorbhalle – eine Nachricht, die ihn im Urlaub erreichte und mit der er nur schwer umgehen konnte, weil er nicht selbst tätig werden konnte.

Besonders schmerzhaft bleibt der Badeunfall, bei dem nicht nur eine Urlauberin, sondern auch ein langjährig geschätzter Rettungsschwimmerkollege ums Leben kam. „Diesen Tag werden wir alle nicht vergessen“, sagte Winter sichtlich bewegt.

Doch es gab nicht nur belastende Momente. Mit einem Lächeln erzählte er auch von Katzenrettungen oder der Hilfe für Senioren in der Gemeinde. „Ihr helft, wo ihr könnt – und das sehr gerne“, betonte der Bürgermeister. Und manchmal galt eben auch:

lieber einmal umsonst ausgerückt als einmal zu spät.

Dank, Ehrungen und Auszeichnungen

Der Bürgermeister sprach im Namen aller Kameradinnen und Kameraden großen Dank aus. Als Wehrführer habe Winter eine Verantwortung getragen, die der eines Berufsfeuerwehrmannes in nichts nachstehe – und das Tag für Tag ehrenamtlich neben Familie und Beruf.

Die Gemeindevertretung beschloss offiziell seine Entlassung. Unter großem Applaus erhielt Ralf Winter die Entlassungsurkunde sowie eine finanzielle Aufmerksamkeit für gemeinsame Urlaube mit seiner Familie, die an diesem Abend anwesend war.

„Das ist nur eine Geste der Dankbarkeit – denn was du hier geleistet hast, ist mit Geld nicht zu bezahlen.“

Für eine gebührende Feier auf Wunsch des scheidenden Wehrführers wird es selbstverständlich noch einen gesonderten Termin geben.

Für eine besondere Überraschung sorgte zudem der Kreiswehrführer Lutz Kastka. In seiner Laudatio würdigte er Winters jahrzehntelanges Engagement mit weiteren Zahlen und Fakten – und verlieh ihm schließlich das Schleswig-Holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.

Darüber hinaus beschloss der Gemeindewehrvorstand, Ralf Winter zum Ehrenwehrführer zu ernennen. Auch hierfür wurde ihm eine Urkunde überreicht.

Als stellvertretender Amtswehrführer bleibt er der Feuerwehr weiterhin erhalten.

Mit einem Augenzwinkern leitete der Bürgermeister zum nächsten Tagesordnungspunkt über:

„Wir müssen uns beeilen – wenn jetzt die Alarme losgehen, haben wir keinen Wehrführer.“

Zunächst wurde die Gemeindevertretung um Abstimmung gebeten. Einstimmig beschloss sie, die Wahl von Björn Hasselmann durch die Feuerwehrkameraden anzuerkennen.

Erst im Anschluss erhielt Björn Hasselmann die Ernennungsurkunde aus den Händen des Bürgermeisters und wurde als neuer Wehrführer vereidigt.

Der dreifache Familienvater lebt seit 2010 auf der Insel und ist derzeit noch als Zeitsoldat tätig. Für sein neues Ehrenamt erhält er die volle Unterstützung seines Arbeitgebers. Seine bereits absolvierten Weiterbildungen füllen nahezu eine DIN-A4-Seite – beste Voraussetzungen für die verantwortungsvolle Aufgabe. Bereits im Januar hatten die Feuerwehrkameraden ihn mit großer Mehrheit gewählt – ein deutliches Zeichen des Vertrauens.

Mit den Worten:

„Herzlichen Dank, viel Erfolg – und bitte achte immer gut auf uns alle“

endete ein bewegender Abend, der gleichermaßen von Dankbarkeit, Respekt und Zuversicht geprägt war.