Abschied von Schafbock Pepe | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Abschied von Schafbock Pepe


Ein letzter Gruß an einen besonderen Weggefährten


17 Jahre lang war Schafbock Pepe ein fester Teil des Bauernhofkindergartens Wenningstedt-Braderup. Nun mussten Kinder, Erziehende und langjährige Wegbegleiter Abschied von dem kleinen Quessantschaf nehmen. Pepe kam 2011 gemeinsam mit Flöckchen und Mimi auf das Außengelände der M. T. Buchholz Stiftung – noch bevor das Kindergartengebäude überhaupt eröffnet wurde.

Wer Pepe kannte, wird sich vor allem an seinen ganz eigenen Charakter erinnern. Beim Füttern war er nämlich ausgesprochen verfressen: Wenn Kinder und Erziehende mit Futter kamen, schob er die anderen Tiere kurzerhand mit seinen Hörnern zur Seite. Bei der jährlichen Schur zeigte sich dann eine ganz andere Seite: Pepe war immer der Letzte und musste ordentlich festgehalten werden. Seine Wolle wollte er offenbar lieber behalten. Besonders war auch, wie aufmerksam er seine Schaffrauen im Blick hatte und seine Herde verteidigte – später sogar vor den Ziegen, die auf dem Gelände einzogen.

Seit 2013 kümmert sich Hausmeister „Rade“, eigentlich Radovan Komatovic, um die Tiere. Zu jedem einzelnen hat er eine besondere Verbindung aufgebaut. Pepe hat er bis zuletzt begleitet. In den vergangenen drei Jahren hatte der Schafbock keine Zähne mehr. Doch Rade gab nicht auf und fütterte ihn bis zuletzt liebevoll mit der Hand.

Tierärztin Stefanie Petersen, die die Tiere des Bauernhofkindergartens seit vielen Jahren begleitet, war beim Abschied ebenfalls bei ihm. Nach 17 Jahren durfte Pepe durch ihre Hilfe friedlich einschlafen – dort, wo er sich zuhause fühlte: draußen auf der Koppel, im Sonnenschein, mitten in seiner Herde. Rade erzählt: „Heute früh ist er noch auf die Koppel raus gegangen und hat frisches Gras abgezupft im Sonnenschein!“ Auch Stefanie Petersen fiel der Abschied nicht leicht. Behutsam streichelte sie Pepe und sprach ihm liebe Worte zu. Die anderen Schafe blieben bei ihm und nahmen Abschied.

Und auch die Kinder haben Pepe einen ganz besonderen letzten Gruß mitgegeben: Sie haben zahlreiche Bilder für ihn gemalt und sie am Dach des Schafunterstands angebracht. So kann Pepe sie sehen, wenn er nach seinem Weg über die Regenbogenbrücke aus dem Himmel auf sein altes Zuhause zurückschaut.

In den kommenden Wochen wird der Bauernhofkindergarten gemeinsam mit den Kindern über Sterben, Abschied und Trauer sprechen. Behutsam, ehrlich und mit viel Raum für Gefühle. Denn auch der Tod gehört zum Leben dazu – und manchmal bleiben gerade die kleinen Erinnerungen besonders lange bei uns.